Geld mit Lyrik

Fernweh

Du sitzt am Fenster

reckst Deinen Körper

der warmen Sonne entgegen,

die zum ersten Mal wieder scheint.

Du betrachtest Deine weißen Arme

und denkst, wie braun sie noch

im letzten Sommer waren.

Du schließt die Augen

und lauschst dem Vogelgezwischer.

Du riechst das Sonnenöl,

kannst die Wärme deutlich spüren.

Und du weißt, es wird Frühling.

Aber Du weißt auch:

draußen ist es kalt.

Du freust Dich über die Sonne,

die Geborgenheit,

die sie ausstrahlt.

Du denkst nach über Dich,

Dein Leben

und die bevorstehende Reise.

Ein wichtiger Abschnitt

in Deinem Leben.

Vielleicht der Wichtigste.

Du glaubst, nur in der Sonne

existieren zu können

und ein Gefühl von Fernweh

packt dich.

Am liebsten würdest Du

jetzt schon losziehen

der Sonne entgegen,

aber es geht nicht:

draußen ist es kalt.

Aber nicht mehr lange…

Statt zu träumen,

holst Du Stift und Papier

und beginnst zu schreiben.

© Mathias Bleckmann 2004

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